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  • Alternative Antworten zu Lebensfragen aller Art.
    Diese Seite lädt zum stöbern, schmökern und nachdenken ein.
    Hier gibt es immer wieder neue Artikel, Gedanken, Ansichten
    und Einsichten die wir teilen möchten.

    Lebensthemen und Fragen aller Art werden hier unter anderem aus Sicht der mehrgenerationalen Psychotraumatologie und Identitätsorientierten Psychotraumatheorie/-Therapie betrachtet.

    Los gehts.

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Leben mit dem was uebrig bleibt

Wenn wir unsere psychische Einheit – warum auch immer – aufgeben mussten, sind wir gezwungen,
mit dem Rest unserer handlungsfähigen Persönlichkeit weiter zu leben.

Unbewußt versuchen wir ein Leben lang, das Fehlende durch äußere Aktivitäten oder Beziehungs-Personen zu ersetzen.
Der Erfolg dieser Bemühungen ist im persönlichen Wohlgefühl und dem Spiegel unserer Gesellschaft
deutlich abzulesen. Es bleibt selbst im „goldensten Käfig“ ein Gefühl von Deprimiertheit und Mangel.
Darüber zu sprechen trauen wir uns häufig nicht.

Vor Wut, Verzweiflung und Angst möchten manche alles kaputt hauen. Selbst Staatsmänner/Frauen sehen
in ihrer Hilflosigkeit oft keinen anderen Weg. Sie verschlimmern dadurch alles für alle, oft ohne zu ahnen,
daß diese Handlungsweise eine bekannte Folgeerscheinung schwerer Traumatisierung ist.
Was tun, wenn die eigene Persönlichkeit sich nicht vollständig anfühlt und das „Fehlende“ durch nichts zu ersetzen ist?
Eine Möglichkeit ist, die Verbindung mit eigenen, bisher noch abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen
und ICH-Strukturen wieder herzustellen. Jeder Schritt in diese Richtung ist ein Geschenk an unsere
eigene Freiheit, Autonomie und Liebesfähigkeit.
Vielleicht haben Sie genau das schon jahrzehntelang vergeblich versucht. Viel Zeit, Geld und Hoffnung
in dieses Bemühen um Ihre Ganzheit investiert. Je deutlicher Ihnen dabei Ihre scheinbare Ausweglosigkeit
und Unveränderbarkeit des Lebens geworden ist, desto eher können Sie davon ausgehen, daß unter diesem Phänomen
ein blinder Fleck verborgen ist, den wir in unserer Praxis Trauma nennen.
Eine bewährte Methode um diese „blinden Flecken“ sichtbar zu machen und Schritte zur Aufarbeitung
im ganz eigenen Tempo gehen zu können, ist das Aufstellen des persönlichen Anliegens.
Warum lässt sich das, was Ihnen wichtig ist nicht verändern?
Wir laden Sie ein, an einem Seminartag mögliche Antworten als teilnehmende/r BeobachterIn
kennen zu lernen. Beim ersten Besuch ist dies für Sie in unserer Praxis in Lobenrot kostenlos.
© BeSuCa

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Hilfe - mein Partner/meine Partnerin will sich verändern. Wie gehe ich damit um?

Wie gehe ich bei Trauma mit meinem Partner, meiner Partnerin um?

Das persönliche Erleben in Familien und Beziehungen ist von sehr komplexen Dynamiken bestimmt,
die mit wenigen Worten kaum dargestellt werden können. Veränderungen in solch sensiblen Gemeinschaften
werfen erst einmal viele Fragen auf.

Die erste Frage die sich dabei stellt wird dabei oft vergessen und übersprungen.
Will ich wirklich wissen warum mir diese Veränderung, dieses Thema, gerade begegnet?
In der ganzen Wahrheit und Klarheit?
Oder will ich nur so schnell wie möglich, daß es wird wie es vorher war?

Um das herauszufinden kann es hilfreich sein, einige der folgenden Fragen und Themen einfach einmal
wirken zu lassen ohne direkt damit etwas tun zu müssen.

Resonanz/Persönliche subjektive Wahrnehmung
Wo und wie trifft das, was mir im Außen begegnet in mir auf Resonanz?
Woran erinnert mich das?
Was macht das mit mir und warum?
Trägt vielleicht etwas in meinem Verhalten dazu bei, das dies mir im Außen gerade begegnet? Ist dies mir bewußt?

 

Ärger, Empathie und andere Gefühle
Entsteht in mir Ärger oder Empathie dadurch? Bin ich ärgerlich mit mir oder den/dem anderen?
Will ich mein Gegenüber in seinem Anliegen und seinen Gefühlen überhaupt verstehen?
Welche Gefühle werden in mir dabei angeregt? Kenne ich die von früher?
Kann ich mir erlauben, ehrlich und authentisch über meine eigenen Gefühle zu sprechen,
ohne z.Bsp. dem Partner/der Partnerin seine Veränderung/Wünsche vorzuwerfen?

Bin ich bereit meine eigene Perspektive in Frage zu stellen?
Bin ich an meiner eigenen Wahrheit interessiert und bereit herauszufinden, was die Ursache von all den Gefühlen,
Nicht-Gefühlen und aktuellen, mir unangenehmen Erfahrungen ist?

 

Kommunikation/Mediation
Bin ich bereit für eine offene Kommunikation in größtmöglicher Achtsamkeit und gegenseitiger Wertschätzung?
Bin ich bereit mir selbst und meinen Gegenüber in/mit all dem emphatisch zu begegnen?

Bin ich bereit wertfrei nach konstruktiven Lösungen zu suchen?

Der Mut sich selbst auch unbequeme Fragen zu stellen ist ein Teil erwachsener Verantwortung
und führt oft am schnellsten zu gesunden Antworten auch in komplexen Beziehungsdynamiken.

Um sich selbst und eigene „Blinde Flecken“ in die Wahrheit und Klarheit zu führen ist
fremde Hilfe, die sich damit auskennt sinnvoll.

Um gesunde, konstruktive Lösungen für mehrere Interessen zu erarbeiten ist Mediation empfehlenswert.

 

 

Um Verhaltensweisen von traumatisierten Personen besser einschätzen und verstehen zu können,
ist generell eine Beschäftigung mit dieser komplexen Thematik hilfreich.


Folgende Bücher können wir empfehlen:
Vivian Broughton: Zurück in mein Ich (auch für Kinder verständlich)
Franz Ruppert: Trauma Angst und Liebe
Franz Ruppert: Franz Ruppert – Frühes Trauma
Christina Sauter: – Wenn die Seele verletzt ist

 

Anregungen von
Praxis & Studio Aichwald
Aurora Wolf & Bernd Casel

 

P.S. Ein Brandherd in Beziehungen kann hilfreich sein um Licht auf eigene „Blinde Flecken“ zu werfen.
Um dieses Feuer am laufen zu halten sollten Kinder aber nicht als Brennholz missbraucht werden.

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Existenzberechtigung - Teil 1

Thema: Von der Not ohne Ich allein zu sein

Wenn ich in einem Lebensumfeld aufgewachsen bin, in dem das eigene Ich nicht sein durfte, fehlt ein gesunder Bezug zum eigenen Ich. So lange das eigene Ich nicht vorkommen darf, besteht keine Möglichkeit sich selbst zu entwickeln und sich selbst in seinem eigenen Sein als eigenständiges Wesen wahrzunehmen. Ein gesundes Gefühl von „Ich Bin“ ist nicht vorhanden.

Wenn das eigene Ich im individuellen Handeln von nahen Bezugspersonen nicht bestätigt wird, entsteht ein „Vakuum“ und die Notwendigkeit sich selbst auf anderem Wege eine emotionale Existenzberichtigung zu erarbeiten. Der Wunsch gesehen zu werden und wichtig zu sein führt zu dem Versuch, anderen dienlich zu sein um deren Aufmerksamkeit doch noch zu gewinnen.

So lange unser Überleben von Personen abhängt, die uns nicht beachten, sind wir in großer Not. Die Not ohne Existenzberechtigung zu überleben führt zur Unterwerfung in einem Bindungssystem, in dem unser persönlicher Wert nur an dem Nutzwert und Gebrauchswert für andere gemessen wird. In solch einem Bindungssystem lernen wir, uns selbst ausschließlich durch den Nutzwert zu definieren, den wir für andere haben. Ohne die anderen gibt es uns nicht. Ohne die anderen sind wir selbst nichts wert. Aus dieser Erfahrung erklärt sich auch eine lebenslange Aufopferung und für Außenstehende unverständliche Hörigkeit gegenüber Personen, die einen wie Dreck oder Luft behandeln.
Durch die fehlende Bindung zu eigenen, gesunden Strukturen, entwickelt sich die Notwendigkeit, das eigene Selbst im Kontakt mit anderen zu gestalten.
Der Preis sich auf diesem Wege zu definieren, führt schnell in einen Kreislauf von Fremdbestimmung und Abhängigkeit, der von anderen oft bewußt initiiert wird. Die Abhängigkeit kann dabei so groß werden, daß wir nur das tun und sein können, was andere von uns verlangen. Bindungen, die sich in frühen Abhängigkeitsverhältnissen auf diese Weise entwickeln, führen nicht selten zur Unterwerfung an eine Person oder Gruppe, an die wir über deren Tod hinaus gebunden bleiben. Da wir nur über die Person oder Gruppe an das Gefühl kommen konnten „zu sein“, fühlen wir uns ohne diese Person oder Gruppe zwangsläufig als „Nichts“. Aus diesen Zusammenhängen wird verständlich, warum Menschen aus solchen Abhängigkeitsverhältnissen nach dem Tod ihrer Bezugspersonen oft versuchen, die eigenen Gefühle von Sinnlosigkeit und Nutzlosigkeit durch Freitod zu beenden. Sie vollenden damit bewußt und konsequent, was die anderen begonnen haben. Unbewußt und unreflektiert bleibt dabei natürlich die eigene Freiheit, sich selbst zu einer unabhängigen autonomen Persönlichkeit zu entwickeln.
Wenn die Erfahrung fehlt, daß das eigene Ich eine Existenzberechtigung hat die nicht verdient werden muß, sind die eigenen Ich-Strukturen noch nicht entwickelt. Der gesunde Kontakt zu eigenen Ich-Strukturen macht unabhängiges, autonomes Handeln erst möglich.
In unserer Praxis kann so ein „Kontakt“ und Schritt in die eigene Freiheit mit der „Selbstbegegnung durch den Anliegesatz“ erfolgen. Möglichkeiten dazu gibt es in Einzelsitzungen und Seminartagen.
© BeSuCa



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Entscheidungsnot

Je mehr traumatisierende Erfahrungen wir in unserem Leben gemacht haben, desto mehr Persönlichkeitsanteile gibt es in uns, die wir aus unserer psychischen Einheit lösen mußten um zu überleben. Die Aufgabe unserer psychischen Einheit ist der Preis den wir bezahlen, um Situationen zu überleben, für die unsere Möglichkeiten der Stressregulation nicht ausreichen. Da sich abgespaltenen Persönlichkeitsanteile altersmäßig nicht weiter entwickeln, nehmen betroffenen Personen oft eine verwirrende Vielfalt von Bedürfnissen und Meinungen in sich wahr, die in komplette Handlungsunfähigkeit führen kann. Es ist daher kein Wunder, wenn traumatisierte Menschen oft in Entscheidungsnöten feststecken und zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen.

 

Wenn anstehende Entscheidungen uns immer wieder in Bedrängnis bringen, unabhängig von der Thematik um die es geht, wird durch Entscheidungen wahrscheinlich ein früheres Ereignis berührt, das uns traumatisiert hat.

Sind wir mit einer bedrohlichen Erfahrungen konfrontiert, in der wir unsere persönliche Lage durch keine Art von Entscheidung verbessern können, werden zum Schutz alle Handlungs- und Entscheidungssysteme von unseren Überlebensmechanismen eingefroren. Die Traumatisierung ist dann mit unserer Entscheidungsnot und dem Einfrieren unserer Entscheidung verknüpft.

Jeder Vorgang sich zu entscheiden oder entscheiden zu müssen kann später als Trigger für unser früheres Trauma wirken. Je mehr Stress dabei zum Beispiel durch Zeitdruck aufgebaut wird, desto größer wird das persönliche Gefühl von Handlungs- und Entscheidungsunfähigkeit. Dieser Kreislauf läßt sich nur beenden wenn das ursprünglich traumatisierende Erlebnis bearbeitet wird. Der gesunde Kontakt mit abgespaltenen Ich-Strukturen kann die noch in Not befindlichen Persönlichkeitsanteile
befreien. Diese Entscheidung für sich selbst kann jederzeit getroffen werden.

 

Hintergründe zu Entscheidungsnöten lassen sich mit dem „Aufstellen des Anliegens“ sehr schnell dreidimensional sichtbar machen und bearbeiten.

Erkennungsmerkmale und Symptome:

    • Viele Stimmen mit unterschiedlichen Meinungen
    • Die Anforderung zu entscheiden führt zu Stress und Handlungsunfähigkeit
    • Entscheidungsunfähigkeit führt zu Delegation von Verantwortung
    • Die Schwierigkeit zu entscheiden führt zu Vermeidungshaltungen

 

  • Ich vermeide Entscheidungen zu treffen
  • Ich habe kein Gefühl für die richtige Entscheidung
  • Ich verschiebe Entscheidungen weil ich nicht weiß was für mich gut und richtig ist
  • Ich fühle mich von anderen Menschen bedrängt die von mir eine Entscheidung verlangen.
  • Je näher der Termin für eine Entscheidung rückt, desto größer wird meine Handlungsunfähigkeit

© BeSuCa



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Die ewige Suche nach sich selbst - Statist im eigenen Leben

Fühlen Sie sich manchmal oder öfter als Statist in Ihrem eigenen Leben?
Statistik kann helfen, die Dimension von Einflüssen zu begreifen, die sich uns so nicht erschließen.

 

Die mehrgenerationale Psychotraumatologie zeigt, das unbearbeitete Traumata nachfolgende Generationen stark beeinflussen. Die Folgen von Traumata wirken so direkt und indirekt weiter. In unserem Jahrtausend ist es nicht ungewöhnlich, die eigenen Großeltern und Urgroßeltern noch persönlich zu kennen.

 

Wenn Sie sich auf der Webseite http://de.wikipedia.org/wiki/Vergewaltigung
den Abschnitt über die „Häufigkeit von Vergewaltigungen“ durchlesen, werden Sie mir vielleicht zustimmen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Ihrem Familiensystem Traumata durch sexuellen Missbrauch wirken. Je mehr Formen von traumatisierenden Ereignissen wir innerhalb eines Familiensystems betrachten, desto klarer wird aus der Sicht und praktischen Erfahrung der mehrgenerationalen Psychotraumatologie, der Einfluss unbearbeiteter Traumata auf einzelne Familienmitglieder.

 

Die Mechanismen mit dem ein Mensch traumatisierende Ereignisse überlebt, sind Verdrängen, Vergessen und Abspalten. Die eigene psychische Einheit wird aufgegeben um zu überleben. Die spätere Suche nach sich Selbst findet deshalb in einer abgespaltenen, isolierten Illusion statt. Illusion deshalb, weil ein wesentlicher Teil der Wahrheit zur eigenen Biographie fehlt. In dieser Welt kommt das eigene, zurückgelassenen und abgespaltenen „Ich“ nach dem wir suchen, nicht mehr vor. Die Suche nach uns selbst ist unter Einfluss von Traumata deshalb endlos und ohne fremde Hilfe zum Scheitern verurteilt. Als Folge von Trauma ist unsere Suche nach uns selbst ohne Aussicht jemals irgendwo anzukommen.

Für Kinder, die mit traumatisierten Menschen aufwachsen, ist die Begegnung mit der ganzen Wucht von Traumafolgen über ihre Bezugspersonen im höchsten Maße belastend. Länger in einen solchen Umfeld leben zu müssen, verstärkt die Belastung bis zur eigenen Überlastung und Traumatisierung.

Als traumatisierter Mensch können wir uns selbst nur innerhalb der Bereiche suchen, die nach der Spaltung unserer Persönlichkeit „überlebt“ haben. Die Überlebensstrukturen sind am Traumata nicht interessiert und tun alles, um die Spaltung aufrecht zu erhalten. Sie schützen uns damit vor dem, was wir beinahe nicht überlebt hätten.

Die blinden Flecken und abgespaltenen Anteile unserer Persönlichkeit bestimmen fortan unser Leben, ohne das wir aus der überlebten Persönlichkeit heraus Einfluss und Zugriff auf abgespaltene Ich-Anteile bekommen.

Hier ist professionelle Hilfe sinnvoll. Mit der von Prof. Dr. Franz Ruppert entwickelten Methode und dem „Aufstellen des Anliegens“ ist ein „Ankommen bei sich selbst“ für Menschen in allen Lebensbereichen möglich.
© BeSuCa


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Vom Leiden zur Not

Die Leiden der Menschheit sind vielfältig. Häufig wird persönliches Leiden im Mensch sein als Ursache von Unzufriedenheit und Unglück identifiziert.

Trotz aller Versuche, Leiden zu verändern, egal ob beruflich, emotional, physisch oder psychisch, können wir „Es“ oft weder nachhaltig verändern noch vollständig auflösen. Manchmal scheint es sogar so, als ob all unsere Bemühungen, Leiden zu verändern, dazu führen, sie noch schneller zu chronifizieren.

Kennen Sie den Effekt, das bei allen Variationen eine Art „Grundleiden“ erhalten bleibt? Wenn ja, haben Sie sich schon einmal gefragt, woher das kommt und warum das so ist? Ich möchte an dieser Stelle ergänzen, das ich hier von Leiden spreche, deren grundsätzliche Natur nicht von Unveränderbarkeit geprägt ist.

Ob chronischer Geldmangel, Allergie oder Nachtblindheit – wer Leiden nachhaltig verändern und auflösen will, darf sich im ersten Schritt daran erinnern, das jede Form von Leiden immer eine Folge-Wirkung von etwas ist, das ich hier als Ursache bezeichnen möchte.

Gewinnorientierte Strukturen sind naturgemäß daran interessiert, Leiden zu pflegen um dauerhaft Einkommen daraus zu generieren. Innerhalb dieser Strukturen werden deshalb „Leiden“ gefördert, gepflegt und behandelt. Dies erfolgt in der Regel ohne die tieferliegenden Ursachen zu betrachten, deren Klärung und Behandlung zum Verlust eines Leidenden führen könnte. Natürlich gibt es Ausnahmen. Innerhalb eines diagnostizierenden Systems, das viele Folgen klassifiziert ohne die Ursachen einzubeziehen werden Folge-Wirkungen mit Diagnosen zu Ursachen. Durch den Trick über die Verdrehung von Ursache und Wirkung wird künstlich ein perfektes System von Leiden geschaffen, das beliebig manipuliert werden kann.

Wer als „Leidende Person“ nicht bereit ist, diese Wahrheit zu denken, läuft zwangsläufig Gefahr, dieses System dauerhaft zu unterstützen ohne den „Ausnahmen“ zu begegnen. Wer Leiden wirklich beenden will muß bereit sein, Illusionen aufzugeben.

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So lange Ursache und Wirkung von etwas
nicht klar benannt und zugeordnet sind,
werden beide chronifiziert.
Es etabliert sich ein dauerhaft anhaltender Zustand.

Im zweiten Schritt kann es notwendig sein, die anerkannte Ursache als etwas zu benennen, das noch unbekannt oder unklar ist.

Im dritten Schritt ist es hilfreich, zuzulassen, das dieses unbekannte Unbehagen auslöst, vielleicht sogar Angst macht. Über etwas das uns beeinflußt nichts zu wissen, darf uns emotional berühren. Ängste und Unbehagen sind in diesem Zusammenhang eine sehr gesunde Reaktion. Wenn Sie diesen Punkt mit seiner ganzen Wahrheit zu sich nehmen können, empfehle ich Ihnen, sich für alle weiteren Schritte, geeigneter Hilfe anzuvertrauen.

 

Im Leiden wird abgespaltene Not sichtbar.

 

Mit dem Aufstellen Ihres persönlichen Anliegens, können Sich sich gezielt und behutsam, der Klärung Ihres Leidens oder Lebensthemas und der ursprünglichen Not dahinter, nähern. Ich möchte Sie von ganzem Herzen ermutigen, all die unbequemen Fragen zu stellen die auftauchen, wenn Sie bei sich oder anderen Menschen den Blick und die Aufmerksamkeit von der Pflege der Leiden in Richtung Ursache und ursprünglicher Not lenken.

Wenn wir uns erlauben, die ursprüngliche Not hinter unserem Leiden zu erkennen und uns der eigenen darin fühlbaren Not in Mitgefühl zuwenden, kann die Wahrheit den somatisierten Zustand dauerhafter Abspaltung und Verdrängung Stück für Stück auflösen. Das „chronische“ Leiden wandelt sich so zu einem authentischen Teil der Chronik in unserer Biographie.

Das L im Leiden steht vielleicht für all die Lügen, denen wir unbewußt im Leiden dienen, damit die wahre Ursache nie benannt werden muß.

© BeSuCa




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